Dienstag, 16. Dezember 2008

Im Reich des Chaos


Indische Tanzvorfuehrung
Ursprünglich hochgeladen von King-Tom

Zum Glueck gewoehnt mann sich an alles, auch an Indien, das Land des Chaos.....

Nach unserem spirituellen Seitensprung im Ashram sind wir nun wieder in der Wirklichkeit und die ist hier hartnaeckiger als wir sie sonst kennen. Es ist einfach nicht moeglich fuer kurze Zeit seine Ruhe zu haben (ausser im Hotel oder z.B. in einem Internetcafe. Das ist wohl auch der Grund wieso wir wieder mehr schreiben:-) Aber auf der Strasse vergeht keine Minute ohne "Hello my friend how are you? Where are you from? Whats your name? - I have friends in Switzerland - Chuchichaestli - bla, bla, bla...." Wir haben uns aber nun so daran gewoehnt, dass wir einfach weiterlaufen, nicht links, nicht rechts schauen, einfach ein arrogantes Arschloch spielen und geradeaus (ich bin richtig stolz auf mich, haette nicht gedacht, dass ich das so gut kann...). Die Leute wissen auch gar nicht wo die Schweiz liegt und man kann ihnen erzaehlen was man will, die glauben es. So sind wir auch aus Jamaica und sind seit 2 Jahren verheiratet, planen gerade Kinder .... das ist dann schon ganz lustig. Zudem fuehlen wir uns manchmal wie Superstars, es ist eine ueberaus grosse Bereicherung fuer die Inder, Fotos von uns zu machen. So werden wir wohl in manchem indischen Fotoalbum zu sehen sein. Obwohl mit der Zeit nervt es einfach und Nicole kann dann auch ganz schoen schnippisch werden. Auch zahlen wir nur noch die Haelfte was die Abzocker verlangen auf der Strasse (Taxi, Essen, Schmuck etc.) und es funktioniert ganz gut. Wir haben uns sogar auch schon an die Preise gewoehnt und finden ein Abendessen fuer mehr als 2 Fr. viel zu teuer.... das wird ja noch heiter, wenn wir dann weiterreisen.

Momentan sind wir in Mysore, die Stadt des Yogas und der Meditation, unsere guten Vorsaetze aus dem Ashram haben wir aber auf spaeter verschoben, es gab hier sonst so viel zu sehen. Wilde Elefanten oder auch solche im Zoo, ein Market der im Chaos zu versinken scheint (die wunderbaren Blumen- und Gewuerzeduefte halten in aber locker ueber Wasser), ein Tempel auf einem Berg den alle von innen sehen wollen, obwohl er von aussen viel schoener ist (andere Religion, andere Prioritaeten...), Kaffee- und Kakaobohnen die vom Baum anders schmecken als im Coop, ein Palast der Versailles ebenbuerdig ist und und...... und eben die vielen Inder auf der Strasse, der Dreck so weit die Nase riecht.

Auf der Strasse zu sein ist aber nicht nur uebel, es ist auch sehr interessant, mit wie wenig und wie ueberhaupt die Leute hier leben, wie sie handeln und lachen. Die vielen Farben hauen einem fast zu Boden und die Nase und der Gaumen sind auch im positiven sehr gefordert.

Heute abend fahren wir nun endlich nach Hampi (obwohl wir das erlebte niemals missen wollen) um uns den indischen Granit genauer anzuschauen, oder besser gesagt mit den Fingerspitzen zu fuehlen.

Liaebi Grueaess a alli, Thomas und Nicole

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Ammas Ashram

Wir sind voellig aufgetankt zurueck aus dem Ashram von Amma der umarmenden Mutter. Zuerst haben wir den Bus nach Allapuzha genommen, was fuer mich etwas unangenehm war da hinter mir immer einer versuchte mich anzufassen, ich wurde dann ziemlich energisch und der ganze Bus schaute zu mir als ich ihn beschimpfte. Angekommen in Allapuzha wurden wir von ca. 15 Hotel/ und Guesthousebesitzern bestuermt, die uns alle ihr bestes Hotel anbieten wollten natuerlich zum besten Preis. Wir fluechteten in ein Rikscha und fuehren in ein schoenes Hotel mit einem bluehenden Garten, so war die ganze Hektik rasch vergessen. Am naechsten Morgen nahmen wir das Boot bis zum Ashram (ca. 5.5 Stunden) (ein Ashram ist aehnlich wie ein Kloster bei uns) und fuhren durch wunderschoene Natur mit vielen Palmen, Kokosnuessen, Reisfeldern und kleinen Hausern. Ueberall haben uns die Einheimischen zugewunken und gelacht. Im Ashram angekommen mussten wir uns zuerst einigen Regeln unterziehen. Strikte Kleiderregeln (kein durchsichtig, lange Hosen fuer Maenner, Roecke und weite Oberteile fuer Frauen, keine Traeger-Shirt) und noch viele weitere Regeln, wie nach 18.00 Uhr den Ashram nicht mehr verlassen, 22.00 Uhr Bettruhe und 2 Stunden selbstloser Dienst fuer jeden, der dort wohnt. Natuerlich arbeiten die Nonnen und Moenche ca. 14 Stunden pro Tag, sie sind aber auch umsonst dort. Wir mussten pro Person 3.50 Fr. pro Tag inkl. 3 warmen Mahlzeiten bezehlen, da arbeiteten wir gerne 2 Stunden pro Tag. Wir genossen die Tage mit Meditation, den Bhajans (goettliche Gesaenge), Diskussionen, gutem Essen, zum Azurverda Doktor gehen, arbeiten, Ammas Stunden besuchen, Darshan (da wird man von Amma umarmt). Kurz gesagt war es einfach eine fantastische Erfahrung den ganzen Glauben so nah und intensiv mitzuerleben. Alle Leute waren ueberaus freundlich und sehr hilfsbereit. Wir haben viel ueber den Hinduismus gelernt und haben auch uns hinterfragt, wie wir unser Leben fuehren und eas wir besser machen koennen. Amma ist eine unglaubliche Person, sogar Thomas war extrem fasziniert von ihr, obwohl er am Anfang noch etwas kritisch war. Nun sind wir wieder in Kochin und werden langsam weiter Richtung Hampi reisen. Dort wollen wir natuerlich unser Gelerntes weiter anwenden und bouldern.

India is so nice.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Indien wir sind da

Endlich sind wir heil in Indien angekommen. Die ganze Reiserei bis nach Kochi war eine etwas langwierige Sache. Kaum sind wir am Samstag Nacht in Genf am Flughafen angekommen mussten wir feststellen, dass unsere 1. Nacht hart und sehr ungemuetlich ausfallen wird. Einige Penner haben es gleich gemacht wie wir, auf dem Boden ohne Maetteli im grellen Flughafenlicht und morgens um 4 Uhr Rambazamba mit den putzenden Angestellen. Naja... Nach unserem Flug nach Kuwait konnten wir etwas relaxen und die ersten indischen Kontakte knuepfen, da meinte doch ein Inder ob wir im Taj Mahal Hotel in Mumbai geschlafen haetten, wenn wir in Mumbai bleiben wuerden. Mussten wir aber grinsend verneinen. Ich habe bereits meine ersten Erfahrungen gemacht, dass man nicht mit Frauen spricht.
Der Weiterflug nach Mumbai war ganz gemuetlich. Der Aufenthalt in Mumbai aber wieder weniger, wir hatten satte 4 Stunden bis wir den richtigen CheckIn fuer unseren Inlandflug gefunden haben. Jeder wusste wo er war, nur nirgends war er. So wurde Thomas noch voellig entnervt in der Eingangshalle eingesperrt, bis er sich rausgeschwatzt hatte und meinte seine Frau stehe da draussen ohne Pass etc. Vor dem Eingang waren riesige Laster mit bewaffneten Personen in Abschussposition. Das ganze war schon etwas furchterregend und wir sind froh, nicht vor 1 Woche dort angekommen zu sein. Aber ich glaube die ganze Terrorsache hat sich etwas beruhigt. Im Wartesaal wurden wir dann fleissig mit Esswaren beschenkt von irgend welchen Indern, Thomas sah wohl etwas ausgehungert aus.
Wir haben nach unserem letzten von 3 Fluegen nun ein Hotel gefunden mit einem etwas muffigen Zimmer und einer Spuelung, bei welcher das Abwasser aus dem Rohr laeuft und alles was gerade da reingeplumst ist mit dazu. .... sehr stinkig.....
Heute verbrachten wir den ersten Tag in Ford Cochin. Thomas wurde gleich beim ersten Gequatsche schwach und schon sassen wir in einem ueberrissenen Restaurant und ca. 1h spaeter in einem TucTuc. (Thomas hat es dem TucTucFahrer eben versprochen, dass wir nach dem Essen mit ihm fahren, und er hat gewartet) Es war aber ein super Tag mit ihm, er hat uns die hintersten Ecken gezeigt, wo sonst nur Einheimische zu sehen sind. Ueber SpiceMarket, zur GingerProduktion, Seifenproduktion etc. haben wir wirklich alles gesehen. Den ganzen Tag hat er unseren Reisefuehrer gespielt und wir haben uns die ersten indischen Duefte so richtig reingezogen. Nun gehen wir wieder in unser muffiges Zimmer.

Besuch von Thomas´s Familie in Barcelona für 4 Tage
Ursprünglich hochgeladen von King-Tom