Mittwoch, 25. Februar 2009

Dienstag, 10. Februar 2009

Zurueck in der Zukunft???



Wir sind nach kurzen 2.5 Stunden Flug nun endlich in Thailand angekommen. Zu sehen gibt es hier eigentlich gar nicht viel in Bangkok. Ueberall gibt es weisse Gesichter (Touris so weit das Auge reicht, ich muss richtig Ausschau halten nach den Thais), saubere Strassen, Technologie, neue Autos, schnelle Autos, sexy Thaigirls und natuerlich die zwei etwas zerstoerten Schweizer Thomas und Nicole mittendrin. Wir konnten unsere Smiles von unseren Lippen ca. 4 Stunden nicht mehr wegzaubern, wir waren so fasziniert und merken erst jetzt was wir da in Indien eigentlich erlebt haben. So sind wir wie zwei Smiles in einem Strassenkaffee gesessen und haben uns die Stimmung reingezogen. Wir haben uns so daran gewoehnt, dass man die Inder so richtig anschreien muss, bis die etwas kappieren, man auf Zehenspitzen durch die Strassen laeuft, da man sonst in Hund-, Kuh- und Menschenscheisse tritt, dass viele Leute auf der Strasse wohnen und es viele viele Abzocker gibt.

Die letzten Tage verbrachten wir in Varanasi, der heiligsten Stadt in Indien. Dass soll aber nicht heissen, dass sie auch heilig gepflegt wird, nein, das Gegenteil ist der Fall. Selten habe ich eine solch verschmutzte und wirklich ueble Stadt gesehen, aber wir lieben sie trotzdem. :-)
In Varanasi werden die Toten am Fluss auf einem Scheitterhaufen verbrannt, die Asche kommt natuerlich gerade in den heiligen Fluss Ganges (von den Indern auch liebevoll Mutter genannt, da hier das Leben neu beginnt mit der Reinkarnation). Viele Touristen schauen sich dieses Zenario ca. 3m von den Leichen entfernt vom Fluss aus an. Wir haben es nicht gemacht, denn wir hatten schon genug Tote um uns rum, denn wir haben mitten in der Strasse gewohnt wo die Toten mit lauten Gesaengen auf Barren zum Fluss getragen werden. Vorbei an Foodstaenden, kleinen Kindern die gerade auf die Strasse scheissen, Kuehen, Motorraedern, Touristen etc. Geweint wird dabei auf keinen Fall, das bringt naemlich schlechtes Karma fuer das naechste Leben. Was das Beste an Varanasi ist sind die wundervollen Saris, die weltberuehmt sind und ich mir natuerlich auch gleich einen gekauft habe. (falls ich ihn nie brauche, werde ich Vorhaenge daraus machen) Aber zuerst musste ich selbstverstaendlich 1000 probieren. Entschieden habe ich mich fuer einen reinen Seidensari in gruen. Diese Stadt ist so spirituell und faszinierend! Jeden Abend werden am Flussufer Pujas abgehalten (Zeremonie fuer den Ganges), die Menschen waschen sich am Morgen frueh in der Morgendaemmerung im Fluss, waschen ihre Kleider darin und geniessen die Heiligkeit. Zu erwaehnen ist dazu vielleicht noch, dass pro 100ml 1.5 Millionen Bakterien hausen, erlaubt waeren 500 Bakterien, so verstehen wir ueberhaupt nicht, wie die Waesche so strahlend weiss sein kann und man waehrend dem Schwimmen (dass so aussieht wie ein Hundeschwumm bei den Indern) noch eine riesige Wasserfontaene aus dem Mund spritzen kann. Das ist Indien und darum ist es so spannend.

Nach einer weiteren Nacht im Zug sind wir dann aber weiter in die zweitgroesste Stadt in Indien, Kalkota. Viele sagen es sei eine der schmutzigsten Staedte in Indien, dass ist aber ueberhaupt nicht der Fall. Die Luft ist so oder so ueberall schwarz, aber der Boden, der war in Kalkota ziemlich sauber. (also fuer solche Leute, die direkt von der Schweiz nach Kalkota fliegen, ist sie eine Muellhalde). Wir haben fuer 12 Franken (zusammen!!!) in einem Superrestaurant unsere letzten indischen und sehr guten Menues genossen. Serviert von sehr charmanten und einmal diskreten Indern. Ein wirkliches Festmaal, man haette meinen koennen man ist in der Schweiz.

Aber wir sind nun in Thailand und machen dieses Land ein wenig unsicher, mal schauen was auf uns zukommt.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Es ist viel passiert in der Zwischenzeit



Es sind nun bereits wieder Wochen vergangen, seit wir unseren Blog das letzte Mal gefuettert haben. Indien ist manchmal sehr stressig oder die Batterieenergie des Computer hatte keine Lust mehr und versaute uns so Stunden im Internetcafe..... und die Antwort ist meistens: oh sorry Madam, no energy, problem.... you wait 10 minutes, ok? Wie wir Schweizer dann sind, glauben wir diesen Schurken und warten die 1 Stunde statt den 10 Minuten und es passiert immer noch nichts.... irgendwann ist unserer Nervensatz zu Ende und wir verlassen das Internetcafe nach ca. 2-3 Stunden ohne auch einen Strich gemacht zu haben, jaja und sie verlangen fuer das dann sogar noch Geld! Nun hoffe ich erfolgreich meinen Bericht zu beenden.

Nach Goa sind wir friedlich mit dem Zug voll mit Touris nach Badami gefahren, klar wir waren dann aber die einzigen, die in Badami ausgestiegen sind.... alle anderen sind weiter nach Hampi gefahren. Mit einem 2nd class ticket sind wir dann in real India angekommen. Es kann wirklich nicht mehr dreckiger sein in dieser Stadt. Ueberall Schweine die vergnueglich im Dreck wuehlen, viele Obdachlose, die etwa 1000 Schutzengel haben (sie schlafen ca. 5cm neben der Strasse, und die fahren nicht vorsichtig hier!), die suessen Kinder der aermeren Viertel, welche ueberhaupt noch nicht Touris gewohnt sind und so einfach suess sind. Haendchen halten, smilen (aber nie auf dem Foto, das ist nicht indisch!), kichern und einfach alles anfassen, ach ja und ich haette fast vergessen: Felsen so weit das Auge reicht...... neues Potenzial zum Routen machen..... ueberall. Welch ein Anblick nach doch ca. einwoechiger Kletterabstinenz. So haben wir nach einer scharfen indischen Masala Dosa (und Duennschiss gratis dazu, dass brennt dann auch noch.... wirklich nicht lustig) zum Zmorge unsere Klettersachen gepackt und dann ab zum Fels. Coole Routen, coole Zeit mit Maija und Esko, viele suesse Kinder, viel indisches Essen (ach wie fein ist doch Kaese, rechtes Muesli, Geschmack im Essen (nicht Schaerfe), und guter Service (manchmal wartet man ueber 2 Stunden um endlich die hungrigen Maegen zu fuellen). Nach einer Woche in Badami habe ich Thomas versprochen nochmals nach Hampi zu fahren. So haben wir eine ca. 6 stuendige Fahrt (fuer 100 km) mit Rueckenschmerzen knapp ueberlebt, aber wir hatten ja wieder eine Woche Zeit um uns zu erholen. hahaha
Nach einer Woche Erholung und viel bouldern, sich massieren lassen, schwimmen im See mit den Krokodilen waren wir bereit fuer unseren Trip in den Norden.

Rikscha nach Hospet und dann ab in den Sleeperbus bis nach Goa. Von Schlafen kann man aber ueberhaupt nicht sprechen, alle 10 Minuten wird es taghell da irgend jemand aussteigen muss, pinkeln, etwas suchen, oder gerade der reichste Hospetianer im Bus sitzt und irgend etwas wuenscht. Wir haben unseren Platz aber stark verteidigt und haben sogar den reichsten Mann der Gegend eiskalt abgewimmelt, man wird radikal gegen jeden in Indien. Mitten in der Nacht gibt es Nachtessen in irgend einem Restaurant. Dreifacher Preis fuer Touris, selbstverstaendlich! So habe ich auch gleich meine Rebellionskunst ausgepackt und so fuer richtig viel Aufwind gesorgt. Ca. 15 Inder standen um mich rum und verstanden die Welt nicht mehr, dass eine Frau sich so auffuehren kann. Naja... die kennen die Nicole aus der Schweiz nicht, ich lass mich doch nicht von jedem Depp veraeppeln. Am Morgen frueh sind wir dann sozusagen aus dem Bus geschmissen worden irgendwo im Nimandsland. Das Rikscha verlangte etwa den 3fachen Preis und so haben wir die Morgendaemmerung mit verbranntem Plastik in der Nase am stinkigen Strassenrand genossen. Zum Glueck fanden die 2 uebermuedeten und entnervten Schweizer dann doch noch ein guetiges Rikscha, dass sie fuer den 2fachen Preis mitgenommen hat. Nach 4 stuendigem Warten am Bahnhof haben wir dann leider erfahren, dass wir kein Ticket bekommen (wir waren auf der Warteliste). Nichts kann uns mehr umhauen und so haben wir ein 2nd class ticket gekauft. (offene Klasse, wo man nicht reservieren muss.... kein Touri faehrt diese Klasse!!!!) So verbrachten wir 24 Stunden auf einem Holzbank, den wir mit einem Psycho, ca. 5 Kindern, 10 Erwachsenen und sonst noch irgend welchen Maeusen, Ratten und Kakarlaken geteilt haben. Wir haben abwechslungsweise versucht auf der Gepaeckablage zu schlafen, schliesslich mussten wir unser Gepaeck immer im Auge behalten. Immer wieder kommt dieser Toilettengeruch auf, es stinkt nach vergammeltem Essen, Pisse, Kuhscheisse, verschiedenen frittierten Sachen, Essen, Gewuerzen etc.. Sogar ein dickes fettes Tuch vor der Nase mit viel Parfum drauf nuetzt da nichts mehr. Total erschoepft nach diesem 52 Stunden Marathon kamen wir dann in Jodhpur an. Zum Glueck fanden wir sofort ein Hotel und konnten uns so nach 2 Naechten ohne Schlaf so richtig entspannen. Die 52 Stunden gingen so rasch vorbei, man kann sich das gar nicht vorstellen. So viele neue Eindruecke und Erlebnisse halten einem wach.
In Jodhpur haben wir die Stadt (den Fort, ehemaliger Koenigspalast) besichtigt, viel gegessen und uns einfach von der Reise erholt. :-)




Ja und dann kommt Nicoles lang ersehnter Wunsch: 3 taegiger Kameltrek in der Wueste. Zu fuenft (2 Camelboys, Thomas, Ricky (60 jaehriger aeusserst fitter Burmes mit 11 Sprachen im Gepaeck und ich) ritten wir 3 Tage durch die Wueste, assen viele simple Chappati, Dal, Chai und Rice, haben in der Nacht unter freiem Himmel die Sterne bestaunt, am Lagerfeuer nepalesische Lieder gesungen, getanzt, geturnt, Frisbee gespielt und die Zeit ging wie im Nu vorbei. Einfach fantastisch.
India ist schoen und interessant, aber wir sind definitiv froh bald nach Thailand zu fliegen.
Nicole und Thomas