Samstag, 17. Januar 2009

Goa



Goa ist bereits schon Vergangenheit und wir sind hier in Badami am Klettern. Aber nun einmal der Reihe nach.

Angefangen hat unsere Reise nach Goa um 5 Uhr morgens. Das Rikscha welches uns zum 1.5 stuendigen entfernten Bahnhof bringen sollte, kam aber nicht puenktlich (selbstverstaendlich in Indien) sondern um 5.30 Uhr, nachdem Sharmila (Chefin des Goan Corner unser Guesthouse in Hampi) den Bastard mit ihrem Motorrad an den Ohren geholt hatte. So war die Fahrt so holprig (wegen der Verspaetung), dass wir nicht ohne Hirnerschuetterung davon gekommen waeren, wenn wir uns nicht mit beiden Haenden und den Fuessen im Rikscha festgehalten haetten (ich uebertreibe wirklich nicht!). Der Typ blochte ueber die schlechte Strasse wie ein Irrer. Es war unsere schlimmste Fahrt bis jetzt und ich hoffe auch die letzte. Ich bin mir sicher, dass ein kleines Kind diese Fahrt nicht ueberlebt haette.
Angekommen sind wir um 6.45 Uhr am Bahnhof und unser Zug fuhr um 6.30 Uhr. Zum Glueck wurde auch hier von der indischen Regel von Verspaetung Gebrauch gemacht und so hatten wir noch exakt 2 Minuten um den Typen seinen Lohn in die Hand zu druecken und zu rennen und das mit all unserem Gepaeck. Wir wussten nicht einmal ob wir ueberhaupt einen Schlafplatz haben zu diesem Zeitpunkt, weil wir noch auf der Waitinglist (Warteliste) waren. (alle Touris fahren Slepperclass, da man in der Secondclass bestimmt keinen Platz zum sitzen findet und man auf den Zug losstuermen muss, um ueberhaupt in den Zug rein zu kommen, da wird gedrueckt, geschlagen und das von jedem alten Grosi).
Es war aber alles auf unserer Seite und so kamen wir nach ca. 7h Zugfahrt in Goa an. Nachher folgten 3 ca. je 2 stuendigen Busfahrten so waren wir froh im freakigen Arambol angekommen zu sein. Die ganze Strecke ist ca. 200km, welche wir an diesem Tag zurueck gelegt haben und wir brauchten 14 Stunden!!!!!! This is India.

Aber zum Glueck wartete in Goa der Strand, gutes westliches Essen, eine coole Strandhuette, friedliche Leute und Delfine auf uns, um uns von der Reise zu erholen.
Unser Tagesablauf sah etwa so aus: ausgiebig fruehstuecken und dazu ein indisches Mantra hoeren (das reinigt die Athomasphaere), am Strand liegen und sich mit frischen Fruechten verwoehnen lassen, fast ertrinken im Meer wegen der hohen Wellen, einen feinen Drink geniessen, etwas essen, kurzes Nickerchen, Frisbee spielen, mit Esko und Maija quatschen, duschen und dann natuerlich wieder ausgiebig essen und zum Schluss noch einen Hello to the Queen mampfen (Dessert, der von den Israelis nach Goa gebracht wurde, eine Kalorienbombe), Billard spielen und Bier trinken und dann am Strand entlang zu unserer Bambushuette zurueck laufen und schlafen. Ach war das gemuetlich.

Wir waren aber nicht den ganzen Tag faul sondern sind an einem Morgen mit einem Fischermann ins Meer raus gefahren. Der Fischermann kam gerade vom fischen zurueck und so stank das ganze Boot nach Fisch und unsere Kleider am Schluss natuerlich auch. Aber die Bootsfahrt war es definitiv wert: wir sahen ca. 50 Delfine, zum Teil nur ca. 5m von unserem stinkigen Fischerboot entfernt. Wir konnten die Delfine atmen hoeren und beobachteten sie ca. 45 Minuten lang. Es war ein solch faszinierendes Erlebnis, dass wir am naechsten Morgen ein Bodyboard gemietet haben und ich mit Esko ins Meer raus gepaddelt bin um mit den Delfinen zu schmimmen. Leider war es einfach zu streng und wir hatten am Ende Muehe wieder an den Strand zu kommen. Die Delfine haben wir zwar gesehen, aber man bekommt schon recht Angst, denn man ist ganz alleine da draussen im Meer und man weiss nie, ob vielleicht gerade ein Hai unter uns durch schwimmt..... so sind wir voellig erschoepft wieder am Strand angekommen und mussten natuerlich zuerst ein Nickerchen machen und danach eine feine Frucht essen. Herrlich. Thomas hatte zu viel Angst von den Haien und schwimmt nie mehr als 20m ins Meer raus :)

Sonntag, 11. Januar 2009

Hampitrap



Hallo zusammen, stellt euch vor, wir koennten geradesogut am Strand sitzen oder Glace schlecken, aber wir nehmen uns entlich wieder einmal Zeit ein paar Neuigkeiten in die Schweiz zu senden, schoen oder?
Die Reise von Mysore nach Hampi war aenlich wie ein Alptraum, nur dass wir nicht erwachen konnten. Stellt euch vor, ein Bus mit Sitzen, aehnlich wie Holzbretter, schlechte Federn am Fahrzeug und eine Kiesstrasse mit Schlagloechern so weit die Scheinwerfer zuenden konnten. Es ist etwa nachts um 3 und wir wissen, es geht noch ca. 4 Stunden so weiter, Indien wir lieben dich!!
Nach der 12 stuendigen Arschmasasche sind wir in Hampi dem Boulderparadies (bouldern=klettern ohne Seil! Keine Angst nur bis ca. 5 Meter Hoehe:-) angekommen. Als erstes mussten wir ueber den Fluss, doch dies war eher ein Klo oder eine Abfallhalde als fliessendes Wasser. Die Inder hatten ein seltenes Pilgerfest in Hampi, und die besteht hauptsaechlich darin den Fluss zu verschmutzen (kein Witz, mit allem was man halt so hat, Plastik, Essen, Seife oder Scheisse).
Als wir die andere Seite aber erreicht hatten waren wir in einem Paradies: Kletterfelsen bis an den Horizont, schoenes Wetter, super Guesthouse mit gutem Essen und sehr nette Leuten, ja sogar ein Cake-man der durch die Felsen schlaenderte gehoerte dazu.
Als wir uns mit Fruestueck gestaerkt, das Zimmer bezogen und uns von der Nacht erholt hatten, krallten wir uns zwei Bouldermatten und machten uns auf zu den Felsen, die ersten lagen nur ein Reisfeld weit entfernt. Wir haben schnell gemerkt, dass der Fels sehr rau ist (autsch fuer die Finger) und dass es so viele Felskugeln gibt, dass man gar nicht weiss wo anzufangen.
Am Abend sassen wir dann gemuetlich in einer Runde auf Matten am boden und liessen und verwoehnen mit indischem Essen und einem Kingfisher (indisches Bier). An diesem Abendlernten wir auch Maya und Esco aus Finnland kennen, mit welchen wir noch viel erleben werden.
Wir waren nun sicher drei wochen in Hampi, und wenn ich jeden Tag so ausfuehlich beschreiben wuerde liefen uns ja unsere geliebten Leser davon (abgesehen davon habe ich eh keine Ahnung meh wann was passiert ist) desshalb:
Wir assen meistens um 6.30 fruestueck (weil es dann noch schoen kuehl war zum spoertlen) und sind dann in einer Horde von etwa 6 Felsfanatischen aufgebrochen. Ueber die heisse Mittagszeit haben wir gelesen, die Haengematte oder die Slackline belastet, mit leuten oder Hunden gespielt und gelacht, ueber unsere Boulderprojekte diskutiert (ist so ne Kletterkrankheit) und uns mit neuer, feiner Energie versorgt. Am Nachmittag dann nochmal dasselbe wie am Morgen, und am Abend dasselbe wie am Mittag (War alles ganz einfach).
Es gab aber natuerlich auch Tage an welchen wir nicht geklettert sind, meistens um uns oder unsere Fingerhaut zu erholen oder weil wir einfach nicht wollten. An diesen Tagen gingen wir baden (nicht im Muellhaldenfluss sondern in einem schoenen See), besuchten Tempel mit heiligen Elefanten drinn oder solce mit Affen drauf, fuhren mit dem Rad ins naechst Dorf oder entspannten uns im Yoga oder bei einer Masage (Im Yoga war Nicole die, welche sich entspannte, ich verkrampfte mich mehr).
Hampi war eine wunderbare Zeit und wie es so ist, war der Abschied nicht so einfach, ehrlich gesagt, haben wir vor nochmal dort hinzugehen nachdem wir hier in Goa so richtig relaxen konnten.

Geniesst nun den Winter und denkt nicht zu viel an Indien, hier ist auch nicht nur Paradise.

Aber es ist schon toll;-)
lg Thomas und Nicole